oder die Registrierung einer Photovoltaikanlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur
Der Betrieb einer Photovoltaikanlage ist ja an sich eine löbliche Sache: die Produktion von Strom aus Sonne auf dem hauseigenen Dach als zugegeben eher kleiner Beitrag zur Energiewende verschafft einem wenigstens ein bisschen gutes Gewissen. Allerdings auch eine Menge bürokratischer Probleme.
Nicht nur, dass der Aufwand für die Steuererklärung förmlich explodiert, wenn der Jahresgewinn 300 (!) € übersteigt und nach der Beauftragung eines (kostenpflichtigen) Steuerberaters förmlich schreit oder wenigstens verlangt, sich stunden- oder tagelang in die Geheimnisse des deutschen Steuerwesens und seiner digitalen Ausfertigung, der Elsterprogramme, zu vertiefen. Mein Respekt übrigens für denjenigen, der die wunderbare Bezeichnung „Elster“ für die ELektronische STeuerERrklärung gefunden hat, fast schon mystisch, diese Zusammenführung einer Abkürzung mit dem Bild des blinkende Löffel und Münzen klauenden Vogels! So viel hintergründigen Humor in den Finanzbehörden, wer hätte das gedacht? Aber das nur am Rande…
Zusätzlich zu dem jährlichen Steuererklärungsaufwand war jetzt eine einmalige Registrierung unserer Anlage im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur nötig, obwohl sie natürlich bei Inbetriebnahme ordnungsgemäß der Bundesnetzagentur gemeldet wurde, aber das waren andere Zeiten, Papier und so…
Das mit der Registrierung in dem Register ist ungefähr genauso schwierig, wie der Name sperrig. Und ja, es eilt jetzt, weil die Registrierungsfrist am 31. Januar abläuft und danach bei Verweigerung die Zahlungen des Netzbetreibers eingestellt werden. Fairerweise muss ich zugeben, dass das erste Schreiben zu dem Thema schon seit zwei Jahren ungelesen in einem Ablagekorb schlummert.
Naiv wie ich bin, dachte ich, dass das bei unserer Mini-Anlage wohl nicht so ein Ding sein würde. Aber klar, es ist egal, ob es eine kleine oder große Anlage ist oder gleich mehrere, der Aufwand ist der selbe. Das kennt man ja auch von anderen Institutionen wie z.B. der Rentenversicherung, die ja für die Beantragung von Einlagen den selben gefühlt 20seiten Antrag verlangt wie für eine Reha-Maßnahme!
Wobei man ja zunehmend eine gewisse Routine beim Registrieren von Zugängen gewinnt. Merkbares Passwort verwenden, gut notieren, auch die verwendete Email-Adresse und wie immer im Spam-Ordner nach der Mail mit dem Aktivierung-Link suchen, die nie im ersten Versuch da ist. Und einen neuen anfordern. Wobei das dieses Mal schon schwieriger war. Auf der Registrierungsseite gab es die Möglichkeit nämlich nicht. Aber mit einer Neuanmeldung ging das doch und plötzlich tauchte wie durch ein Wunder auch ursprüngliche Link auf, der erste Schritt war also schon mal geschafft.
Aber natürlich nicht ausreichend, denn erst nachdem sich der Benutzer registriert hat, kann der dann registrierte Benutzer die Anlage registrieren, beides in einem geht nicht. Ok für Leute, die mehrere Anlagen betreiben, insofern verständlich, aber trotzdem nervig, weil man einen Teil der Daten wieder neu eintragen muss (aber wenigstens die Adresse konnte man übernehmen!). Soweit, so gut. Einige der technischen Daten hatte zum Glück der Netzbetreiber in einem Erinnerungsschreiben zur Verfügung gestellt, aber den Grad der Dachneigung natürlich nicht. Und auch nicht die Koordinaten! Ja, richtig, Registrierung nur mit Längen- und Breitengrad, Postadresse reicht nicht. Klar, für viele Anlagen, die auf irgendeiner Wiese stehen, funktioniert das wirklich nicht. Aber man könnte doch wenigstens die Möglichkeit vorsehen, die Postadresse als Standort zu verwenden und darüber die Koordinaten automatisch ermitteln. Man könnte noch einen Bestätigungshaken verwenden, aber vermutlich führt das zu zu vielen Falschpositionierungen.
Die Dachneigung (für die es immerhin Beispielzeichnungen gab!) habe ich geschätzt, weil mein Lieblingsinstallateur nicht ans Telefon ging.
Also weiter… aber nur kurz. Jetzt hänge ich nämlich wieder gerade. An der „Identifikations-Nummer“ für die Anlage, die es geben kann oder nicht, wie der Infotext verrät. Wenn es sie gäbe, wäre sie auf dem Infoschreiben des Netzbetreibers zu finden. Tja… so richtig nicht, da gibt es einen Anlagenschlüssel, eine Nummer mit ungefähr 30 Stellen, von der ich nicht weiß, ob die damit gemeint ist. Beim Netzbetreiber geht aber niemand ans Telefon. Und weitermachen kann ich nicht, weil ich nicht, wie bei meiner inzwischen heißgeliebten Elster-Software, zwischen den Seiten blättern kann. Wenn ich weiter will, werden die Angaben geprüft und ich kriege einen Fehler, aber keine Folgeseite (und leider kann man auch nicht sehen, wie viele Seiten noch folgen werden. Die werden schon wissen warum, auf meinem Zettel vom Netzbetreiber stehen noch einige Daten, die noch nicht abgefragt wurden). Ich könnte natürlich auf „nicht vorhanden“ klicken, aber die Angabe kann man nicht mehr ändern, auch das steht in dem Infokasten. Da steht auch noch, dass die Nummer zur initialen Zuordnung dient und, wenn das erledigt ist, nicht mehr benötigt wird und eben auch nicht mehr geändert werden kann. Hä? Ist das jetzt wichtig oder nicht? Spätestens hier frage ich mich, ob ich nicht einfach irgendwas ankreuzen soll, weil die Daten doch nur irgendwo versickern oder nur irgendeiner europäischen Behörde zu Statistikzwecken dienen. Da wird unsere Minianlage wohl kaum eine Rolle spielen.
Aber gut, ich warte halt auf den Rückruf des Netzbetreibers, zum Glück scheint es keine Zeitbegrenzung für die Sitzung bei der Registrierung zu geben. Ob es einen Ausstieg und eine spätere Fortsetzung geben könnte, kann ich auch nicht erkennen.
Und so sitze ich hier und übe mich in Geduld. Wobei… vielleicht könnte ich aus der Sache auch mal eben einen Blogbeitrag machen, dann wäre ja wenigstens was gewonnen!