vorab zur Information:

Der Flügelschlag des Schmetterlings ist der Titel einer szenischen Lesung des Stemweder AutorInnen-Treffs. Das verlorene Kind ist einer der Rollen, die wir gemeinsam dafür entwickelt haben. Im Rahmen der Lesung war nur ein kleiner Einblick in das Leben des verlorenes Kindes möglich, der nachfolgende Text Text vertieft diese Einblicke.

Für alle, die Lesung verpasst haben: ich hoffe, der Text ist auch so verständlich.

Die Geschichte vom verlorenen Kind

Prolog

„Habe ich dich ins Grab gebracht?“

Ich sehe mich um in diesem völlig aus der Zeit gefallenen Hort gutbürgerlicher Gastlichkeit, der noch den Rauch der Zigarren der vergangenen Jahrzehnte vor dem Rauchverbot atmet. Was für eine schräge Veranstaltung!

Die Wirtin der Pension, in der ich vor einer Woche ein Zimmer gemietet hatte, hatte mir von deinem unerwarteten Tod erzählt. “Sie war doch so eine bekannte – wie sagt man zu denen, die was im Internet machen? – ach, ist ja auch egal – jedenfalls hat man sie leblos und kalt in ihrem Haus gefunden… dabei war sie doch noch so fit und munter, das ist wirklich tragisch jetzt.“

Mir war heiß und kalt geworden, hattest du dich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode erschrocken, als ich vor deiner Tür gestanden hatte? Ich hatte dein Schreien und Toben noch im Ohr, was das zu viel gewesen? Eilig hatte ich meine Sachen gepackt und war verschwunden. Beruhigte mich damit, dass doch noch jemand im Haus gewesen war, ich hatte doch Stimmen gehört. Und dann war dann noch eine Nachbarin mit einem Kuchen am Gartenzaun gewesen, die hätte dir doch sicher zu Seite gestanden…

Mein schlechtes Gewissen hatte mich eingeholt, kaum dass ich den Ort verlassen hatte. So konnte ich nicht gehen, ich brauchte einen Abschluss, einen Abschied. Und hatte beschlossen, zur Trauerfeier zu gehen. Vielleicht würde das gegen meinen Schmerz helfen. Vielleicht konnte ich dann mit der Ablehnung leben.

*

I.

An einem verregneten, trüben Herbsttag erfüllt sich für ein nicht mehr ganz junges Ehepaar ein lang gehegter Wunsch. Endlich können sie ihr ersehntes Baby in die Arme schließen. Beide haben Tränen in den Augen. So lange haben sie gewartet! So viele Jahre ist ihnen das Kinderglück verwehrt geblieben, so oft hatten sie gehofft und waren enttäuscht worden. Dann der lange Weg durch die Ämter und Behörden und jetzt endlich war es soweit.Das kleine Mädchen, rot und runzelig, erst ein paar Stunden alt, ist für sie schon jetzt das schönste Baby auf der ganzen Welt. Die leibliche Mutter habe es nicht gewollt, so hieß es, mehr wissen sie nicht darüber, wollen sie auch nicht. Ganz warm haben sie es in eine bunte Decke eingepackt und tragen es vorsichtig zum Auto. Zum ersten Mal fährt die kleine Familie in ihr schönes Heim, alles ist vorbereitet, lang erwartet, das Glück ist perfekt…

II.

„Nicht schon wieder!“

Es ist ein strahlender Frühlingstag, fast schon sommerlich. Ich schwitze in meinem zu warmen Pulli, spüre den Schweiß unter den Achseln und am Rücken. Ein unangenehmes Gefühl, nicht nur von der Wärme, es ist die Angst, die dafür sorgt, dass ich schwitze und gleichzeitig friere, dass mich verkrampfe und ganz klein fühle.

Meine Mutter dreht sich um, ich sehe, dass sie wütend ist. Natürlich ist sie wütend, kein Wunder. Ich habe es wieder mal geschafft. Wieder mal die Lehrerin gegen mich aufgebracht. Dabei habe ich doch gar nicht angefangen. Das war ganz klar Kerstin gewesen. Die hat mir meinen neuen Bleistift weggenommen. Den schönen bunten, den Mama mir gerade letzte Woche gekauft hatte, nachdem ich meinen zerbrochen aus der Schule mitgebracht hatte. „Das ist das letzte Mal, dass ich dir so einen teuren kaufe, pass gefälligst besser darauf auf, sonst gibt es nur noch die billigen!“ Auch da war sie schon wütend gewesen. Dass ich ihn gar nicht zerbrochen hatte (das war auch Kerstin gewesen), hatte ich nicht erzählt. Warum auch, sie hätte nur gleich wieder gesagt, dass ich dann Kerstin eben nicht hätte ärgern sollen.

Mama hat gerade den Brief der Lehrerin gelesen, sie hält ihn noch in der Hand. Es ist nicht das erste Mal, dass ich so einen Brief zu Hause zeigen muss. Und unterschrieben wieder mitbringen muss, natürlich, sonst hätte ich ihn bestimmt nicht vorgezeigt.

„Und jetzt sollen wir auch noch zu einem Gespräch in die Schule kommen! Das ist ja wirklich das letzte, ich verstehe nicht, warum du immer nur Ärger machst! Und das im ersten Schuljahr, was soll daraus nur werden? Was sollen die Leute nur denken?“

Ja, die Leute, das sagt sie dann immer. Die Leute, die Leute, was sie nur reden. Und denken! Nach außen muss immer alles perfekt sein, auf der Straße werde ich nie ausgeschimpft, da ist Mama die liebste und freundlichste Mama, die man sich vorstellen kann…

„Geh jetzt auf dein Zimmer. Und da bleibst du, bis ich dir Bescheid sage! Und denkst mal darüber nach, was du besser machen kannst Und nachher sag ich`s dem Papa, dann kannst du was erleben!“

Ich bin ganz stocksteif, mein Hals tut weh und mein Kinn zittert, es ist so anstrengend, die Tränen zurückzuhalten, aber ich will nicht weinen, nicht vor ihr. Dann würde sie nur wieder sagen, dass ich nicht immer heulen soll und dass ich doch selbst schuld wäre, ich müsse mich ja nur anders benehmen.

„Nun geh schon, steh hier nicht so belämmert rum, das ist ja nicht zu ertragen“! Sie dreht sich wieder um zu ihrem Abwasch, knallt wütend die Teller aufs Ablaufbrett. „Womit haben wir das nur verdient?“, höre ich sie noch murmeln, als ich fast raus bin.

In meinem Zimmer zwänge ich mich ganz in die Ecke zwischen Schrank und Wand, da ist gerade genug Platz für mich. Und dann weine ich.

III.

Ich hätte auch gern so einen kleinen Stoffbären, den man an den Schulranzen hängen kann. Alle in der Klasse haben so einen, jedenfalls die in Kerstins Clique. Die kleinen Bären sind so süß und kuschelig, so richtig zum Liebhaben. Ein kleiner Freund, der immer da ist. Die Mädchen aus der Clique bewundern ihre gegenseitig, manche haben auch mehr als einen. „Na, hättest du wohl auch gern, was?“, necken sie mich und reißen wie nebenbei an meinen Haaren und meiner Jacke. „Kriegst du aber nicht, du Blöde!“ singen sie und schubsen mich. Ich beiße die Zähne zusammen, will nicht wütend werden, nicht wieder Ärger bekommen. Drehe mich um, will gehen, sie umringen mich, tanzen um mich herum, „Kriegst du nicht, du Blöde“ singen sie.

Ich schubse eine von ihnen weg. „Lass das, du blöde Kuh!“, schreit sie mich an und schubst zurück. Ich stolpere, reiße sie mit zu Boden. „Was fällt dir ein, jetzt ist meine neue Jacke dreckig! Das sage ich meinen Eltern!“ Frau Becker, die Lehrerin eilt heran, bringt uns aus einander, hält uns beide am Kragen fest, ich versuche mich loszumachen. „Wirst du dich wohl beruhigen jetzt!“, keift sie und hält mich noch fester. „Sie hat angefangen!“, sagt Kerstin und zeigt auf mich, die anderen nicken. „Wir haben nichts gemacht!“ Frau Becker seufzt resigniert. „Was soll das nur immer? Ab mir dir vors Lehrerzimmer für den Rest der Pause. Und den Rest der Woche!“ Ihre Augen funkeln mich wütend an. „Du solltest lieber mal lernen und deine Hausaufgaben ordentlich machen, damit aus dir was wird!“ Und weg ist sie. Die anderen Mädchen kichern, ich trotte ins Gebäude, setze mich vorm Lehrerzimmer auf die Holzbank, die Hände unter den Oberschenkeln, weil sie so kalt ist. Ich weine nicht, ich bin wütend.

Nach der Schule gehe ich nicht gleich nach Hause. Ich weiß, dass die Mama noch unterwegs ist, sie meint, ich wäre groß genug, sie müsse nicht immer da sein, wenn ich Schulschluss habe. Sie arbeitet wieder, sie müsse auch mal was anderes sehen, sie wolle sich nicht immer nur mit mir rumschlagen, hat sie gesagt. Seitdem habe ich einen Schlüssel an einem Band um den Hals dabei, ich ja schon zwölf, alt genug für ein bisschen Selbständigkeit, hieß es.  Anfangs habe ich mich mittags allein zu Haus ein bisschen gefürchtet, es war so still und es gab nur Brot zu essen. Manchmal habe ich den Fernseher angestellt, obwohl ich das nicht durfte. Ich sollte ja mit den Hausaufgaben fertig sein, bis sie nach Hause kommt. Das habe ich dann natürlich nicht geschafft und hab dann oft den ganzen Nachmittag sitzen müssen. Oder manchmal auch nicht alles gemacht. Das ist natürlich schnell aufgefallen. Es folgten die üblichen Tiraden, dass aus mir ja nichts werden würde, dass man es doch nur gut mit mir meine, warum ich denn immer so bockig sein müsse. Ich müsse doch nur einmal tun, was alle sagen und nicht immer Ärger machen. Was mir denn überhaupt einfiele?

Der Papa hat gar nichts gesagt, nur böse geguckt. So guckt er immer und schweigt, tagelang. Beachtet mich gar nicht. Die Enttäuschung ist ihm anzusehen, mir tut das Herz dann so weh.

An diesem Nachmittag gehe also nicht nach Hause, sondern in die Stadt. Ins Kaufhaus. Ich habe ein bisschen Geld gespart. Manchmal schickt mich Mama einkaufen und ich kann etwas vom Wechselgeld behalten. Taschengeld bekomme ich eigentlich auch, nur gerade nicht, wegen irgendwas, ich weiß es gar nicht mehr so genau.

Vielleicht reicht mein Erspartes für so einen kleinen Bären. Ich hätte ihn so gerne. Dann hätten es die anderen vielleicht nicht mehr so auf mich abgesehen. Ich wäre so ein bisschen wie sie.

Es gibt ein ganzes Regal voller Bären im Kaufhaus. In verschiedenen Farben, mit unterschiedlichen Pullis, manche sogar mit kleinen Mützchen. So süß! Ich nehme einen in die Hand, so weich. Ein Mann steht in der Nähe, lächelt mich aufmunternd an. „Niedlich, oder?“ sagt er. Ich nicke. Stelle den Bären zurück, nehme einen anderen. Schaue auf das Preisschild. Nein, mein Geld wird nicht reichen. Viel fehlt nicht. Aber gerade ist das Taschengeld ja gestrichen, weiß nicht, wie lange ich noch warten müsste. Mein Traum zerbricht, ich lasse die Schultern hängen. Wieder nichts. Ein tiefer Seufzer, ich bin so enttäuscht. Gehe ein paar Schritte zum Ausgang. Der Mann ist verschwunden, gerade ist niemand in der Nähe. Ich kehre um, schnappe mir den kleinen weißen Bären mit dem grünen Pullover und lasse ihn in meiner Jackentasche verschwinden. Mein Herz klopft bis zum Hals, das Blut rauscht in den Ohren, ich stakse zum Ausgang, denke noch, dass es ganz einfach war. Zu stehlen. Fühle mich plötzlich leicht und frei, voller Freude.

Ich drücke die Tür auf, als sich eine Hand auf meine Schulter legt. „Nun, kleines Fräulein, du wolltest doch nicht gehen ohne zu bezahlen, oder?“ Es ist der Mann von vorhin. Er führt mich in sein Büro, ein kleines Kabuff hinter einer Spiegelwand, von wo aus er den Verkaufsraum übersehen kann. Er ruft den Vater an, es dauert kaum 10 Minuten, bis er da ist, extra von der Arbeit. Mit hochrotem Kopf, er entschuldigt sich tausendmal bei dem Mann, holt das Portemonnaie raus, für einem Moment denke ich, er kauft mir doch den Bären… nein, er hält dem Mann einen Geldschein hin, will den Schaden wieder gut machen, der Mann winkt ab. Wir gehen, Papa zerrt mich hinter sich her bis ins Auto. Eisiges Schweigen.

Zu Hause das übliche Gezeter von Mama, wie sehr sie sich schämt, was denn noch passieren müsse, bis ich Vernunft annähme, wie es nur weitergehen solle mit mir. Was sie denn noch alles aushalten sollen, womit sie das nur verdient hätten, es würde mir doch an nichts fehlen, was ich denn mit so einem dämlichen Bären gewollt hätte, so einem Billigding… ich lasse es über mich ergehen, bin innerlich ganz kalt. Denke, dass sie es wirklich schwer mit mir haben. Dass sie recht haben. Gehe in mein Zimmer, weil ich das Geschrei nicht mehr aushalte. Ich will nicht, dass sie unglücklich sind, will keinen Ärger machen. Will mich verkriechen, nicht mehr da sein.

Ich höre die Eltern in der Küche reden, sie streiten, Mama weint. Das will ich nicht. Ich gehe nochmal zurück, die Eltern haben sich umarmt, Papa streicht Mama übers Haar, tröstet sie. Die beiden sind ganz innig. Als sie mich bemerken, sehen sie mich an, als wäre ich eine Fremde. Als würde ich nicht dazu gehören. Am liebsten würde ich jetzt zu ihnen laufen, damit sie mich auch umarmen. Mich auch liebhaben. Ich traue mich nicht, ich störe nur. Also gehe ich zurück in mein Zimmer. Taste nach einer Scherbe unter meiner Matratze, drehe sie in Händen hin und her, schaue durch sie hindurch zum Fenster, zum Himmel, in die verzerrte Welt.

IV.

Ich bin sechzehn und Leute, ich sage euch, nichts ist besser geworden. Den Kampf mit den Eltern und der Schule konnte ich nicht gewinnen, irgendwann haben alle aufgegeben. Alle waren müde, ich auch. Tja, was soll ich sagen, viel erreicht haben sie nicht. Ich bin nicht die liebe, gute Tochter geworden, auf die man hätte stolz sein können. Ich wurde nicht die gute Schülerin, zu der die Lehrer mich machen wollten, „du musst nur dein Potential nutzen, es ist doch da!“, ich kann es nicht mehr hören. Fuck you! Scheiß-Potential, wofür denn?

Ich schmeiße die Kippe in den Sand zu meinen Füßen, stoße mich ab und schaukele ein wenig hin und her. Die alten Ketten quietschen. Was für ein unfassbares Loch hier!

Der Spielplatz einer Jugendhilfe-Einrichtung, eine Mädchen-Wohngruppe, wieder mal. Die dritte oder so, ich krieg`s nicht mehr auf die Reihe. Ist auch egal, lange werde ich eh nicht bleiben, habe ich beschlossen. Diese schlafmützigen Erzieherinnen mit ihren besorgten Blicken und dem ewigen Verständnis, ich kann es nicht mehr hören. Am Ende sind doch wieder alle gleich und behandeln einen wie Dreck. Sobald sie einen mit einer Kippe oder einer Bierflasche erwischen. Wenn man zu spät von der Schule kommt. Wenn man die jüngeren abzieht, was sich meistens sowieso nicht lohnt, wir sind ja alle aus Gründen hier und Reichtum ist keiner dieser Gründe. Es macht nur Spaß, die Kleinen kreischen zu sehen, es ist wie Puppen tanzen zu lassen. Ein bisschen Abwechslung in diesem Meer aus vorgetäuschtem Verständnis und Langeweile. Als ob ich in so einem dämlichen Stuhlkreis mit so einer Psychotante was über mich erzählen würde, was auch nur annähernd der Wahrheit entspricht.

Und dann erst dieser Heimleiter, der klebt an einem wie eine schleimige Schnecke, hier eine Hand auf der Schulter, da ein Streichen über die Hand. Oder den Hintern, ganz beiläufig, ohne Absicht, Verständnis heuchelnd. Von wegen! Ich gehe ihm aus dem Weg, vermeide Zusammentreffen, wenn niemand dabei ist. Am Anfang fand ich ihn ganz nett, endlich jemand, der sich für mich zu interessieren schien, der nicht immer gleich was forderte, einer, der einfach nur da war. Hat mich auch mal eingeladen in sein Büro, „Ich bin immer für dich da“, hat er gesagt mit so einem treuen Hundeblick. Und dass seine Tür immer offen wäre für mich. Haha… bis ich dann da war und er sie zugemacht hat. Und mir über den Kopf gestrichen hat und meinte, ich wäre etwas ganz Besonderes. Ich bin dann raus, hab die Tür extra laut zugeknallt, seitdem beachtet er mich nicht mehr. Es gibt vielleicht andere, die nicht so zickig sind.

Also, was ist der Plan? Ich werde hier die Biege machen, ist nicht allzu schwierig. Aber das ist es nie, wir sind ja nicht eingesperrt. Das Problem ist, dass sie einen immer wieder irgendwo erwischen. Du kannst nirgends unterkommen, hast keinen Schlafplatz, keine Kohle, kein Essen, kannst nur einen Rucksack mitnehmen (nicht, dass ich viel mehr besitzen würde),  du kommst in keine Bahnhofsmission oder Obdachlosenunterkunft, weil die bei Minderjährigen immer gleich die Bullen oder das Jugendamt rufen. Und einen dann in die nächste Einrichtung oder, noch schlimmer, in die Klinik verfrachten, alles schon gehabt.

Ich denke, jetzt im Sommer kann ich mich durchschlagen, das Klauen habe ich gelernt, bin seit der Sache mit dem Glücksbärchen nie wieder erwischt worden. Und auf der Straße wird sich schon ein Obdachloser finden, der besoffen genug ist, dass er nicht merkt, wenn ich ihm seinen Schlafsack klaue. Und irgendwo gibt es auch immer jemanden, der einen für ein paar Gefälligkeiten in seiner Wohnung übernachten lässt.

Ich schiebe meinen Ärmel hoch, fühle über die vielen kleinen Narben an der Innenseite meiner Unterarme. In einer Woche bin ich weg, spätestens…

V.

„Wir drehen das Ding nächste Woche, wir müssen nur noch auf das Ok wegen der Fahrzeuge warten, da sind die beiden aber dran.“

Pelle sieht sich Beifall heischend um, klar, er ist ja der Macher, der Checker, der alles kann. Die anderen nicken diensteifrig, ich drehe mir noch eine Kippe.

„Dann werden wir diesen Kapitalistenschweinen mal zeigen, wo der Hammer hängt!“ Es folgt noch mehr von diesem ideologischen Zeugs, das ich mich nicht interessiert und was ich, ehrlich gesagt auch nie verstanden habe. Pelle und Brownie haben tagelang an einem Bekennerschreiben gewerkelt, solange, bis keiner mehr verstanden hat, was für einen Quark sie da verzapft haben, nicht mal mehr sie selbst. Die Chefideologen haben es dann abgesegnet, jetzt heißt es, auf die Fahrzeuge warten, die vorbereitet werden müssen, auf gestohlene Kennzeichen, die ganze Ausrüstung.

Hier bin ich also gelandet, in einer konspirativen Wohnung in einem anonymen Wohnblock in einer deutschen Großstadt, wir bleiben nicht lange, gehen nicht unnötig raus. Warten auf das Ok der Kommandoebene, die außer Pelle niemand kennt und vielleicht nicht mal er.

Ich hatte es aus der Jugendhilfe geschafft, sie haben mich nicht gefunden. Aber die Jahre auf der Straße waren hart. Verzweiflung konnte ich mir nicht leisten, auch wenn ich manches Mal so am Ende war, dass ich mich gefragt habe, wozu dieses Leben noch gut sein soll. Mit der Volljährigkeit wurde es etwas einfacher, aber nicht besser. Immerhin konnte ich mich jetzt frei bewegen und wenn ich wollte, in irgendwelchen Unterkünften duschen und was Warmes essen.

Es zog mich zu den Cliquen der linken Szene, eine Zeitlang lebte ich in einem besetzten Haus, das natürlich geräumt (und abgerissen) wurde, unsere Wut war grenzenlos, wir bauten Barrikaden, die brannten, es flogen Steine. Wir wurden von Wasserwerfern bis auf die Knochen durchnässt, das Tränengas brannte in unseren Augen.

Ich lernte Pelle kennen, er nahm mich mit in das nächste Abrisshaus, in dem er untergekommen war. Dort traf ich andere Leute, die von völlig abgefahreren Dingen sprachen, von denen ich noch nie gehört hatte. „Kapitalistenschweine“ war noch das harmloseste. Sie redeten nächtelang von Revolution, von Unterdrückung, vom Mord in Stammheim, dem Schweinestaat, den man bekämpfen müsse, von Exempeln, die man statuieren müsse. Jetzt.

Ich langweilte mich, hörte nicht hin, war froh, einen Schlafplatz und Pelles warmen Körper neben mir zu haben. Und einen Tisch, an dem ich frühstücken konnte.

Und auch, wenn in der Gruppe eine Menge über diesen Blödsinn geredet wurde, waren wir zu anderen Zeiten eine ganz normale Clique, die auf Festivals fuhr oder an den Baggersee mit Grill im Gepäck. Wir hingen rum, gingen auf Demos, hörten Musik, tranken Bier, rauchten ab und an einen Joint, genossen das Leben, feierten Geburtstage, kochten gemeinsam, arbeiteten für ein bisschen Geld den Sommer über in einer landwirtschaftlichen Kooperative oder halfen für ein Essen beim Renovieren besetzter Häuser mit, handelten mit Gras, um an Geld zu kommen. Für mich fühlte es sich wie die Familie an, die ich nie gehabt hatte. Ich hätte ewig so weiterleben können, mir war das genug, mehr brauchte ich nicht.

Dass die anderen immer mehr in ihre ideologische Revolutionswelt abdrifteten, störte mich nicht weiter, ich hörte einfach nicht hin.

Eines Tages tauchten ein paar andere Typen auf. Sie wirkten organisierter, vorsichtiger, hatten Taschen dabei, trugen Sonnenbrillen. Sie zogen sich mit Pelle zurück, redeten lange. Verschwanden ohne die Taschen. Kamen wieder, es wurde wieder geredet. Pelle war weg, ohne etwas zu sagen, war einsilbig und zugleich irgendwie euphorisch, als er zurückkam.

Brownie und er steckten die Köpfe zusammen, diskutierten und schwiegen, sobald jemand den Raum betrat. Ich fragte, was wäre. Ich würde es erfahren, wenn es soweit wäre, war die Antwort.

Es vergingen noch ein paar Wochen, in denen nichts Besonderes passierte, bis es dann eines Abends die Typen wieder da waren, wieder mit Taschen und nach einem langen Gespräch mit Pelle und Brownie wieder verschwanden.

Pelle rief uns zusammen und redete Tacheles, laberte von Kommandoebene und einem wichtigen Auftrag, den man uns übertragen hätte. Davon, dass wir die Leute im Untergrund unterstützen müssten, damit die Bullenschweine sie nicht erwischten und folterten und anschließend umbrächten, man habe ja gesehen, wie das liefe. Wir könnten jetzt was Entscheidendes beitragen, helfen, die Revolution unterstützen, dem Unterdrückerstaat einen Schlag versetzen.

„Und was sollen wir machen? Für deine Revolution?“, ich sah ihn fragend an. Er reagierte unwirsch auf meinen sarkastischen Ton, ich sah sein Stirnrunzeln und biss mir auf die Zunge. Er war so beseelt von dem Vorhaben, dass er Kritik noch weniger ertrug als sonst. Ich schwieg, die Angst kroch mir den Rücken herauf. Wenn ich das alles hier verlieren würde…

Also blieb ich dabei, hörte mir die Planung für den Banküberfall an und sitze deswegen jetzt in einer konspirativen Wohnung, bereit, so richtig kriminell zu werden, meine Ladendiebstähle waren da wohl nur Peanuts gewesen.

Eigentlich ist es mir egal. Pelle würde es machen, komme, was wolle. Wenn ich ausstiege, würde ich alles verlieren. Das Gefühl von Familie und Angekommensein, die Freunde, Pelle… meinen Schlafplatz, meinen Frühstückstisch.

Sie drückten mir eine Waffe in die Hand, sie wussten, dass ich mutig war, dass ich nicht kneifen würde. Wir hatten im Wald geübt, ich hatte Talent, so schien es. Und nichts zu verlieren. Und irgendwie war auch die Wut wieder da, wenn ich daran dachte, dass ich immer schon herumgeschubst worden war.

VI.

Wolle hatte mir eine Unterkunft angeboten. „Bleib solange du willst, ist schon ok.“ Ach, der gute alte Wolle, wenn ich ihn nicht hätte. Er gehörte schon damals zu unserem Unterstützerkreis, auch wenn er selbst nie was angestellt hatte. Er hatte uns nur nicht verraten, als er es gekonnt hätte und war seitdem immer mal wieder meine Anlaufstelle gewesen. Nicht zu oft, damit es nicht auffiel.

Der Banküberfall, der uns mit dem Anteil, den wir erhielten, für eine Weile ein zumindest finanziell sorgenfreies Leben ermöglichte, einschließlich eines wunderbaren Urlaubs an der französischen Atlantikküste (mit perfekt gefälschten Papieren, ein Hoch auf die Fälscherwerkstatt!), hatte hohe Wellen geschlagen.  Man sprach von Phantomen der 3. Generation und der alte Spruch von den sechs gegen 60 Millionen kam wieder auf, wobei zahlenmäßig weder das eine noch das andere stimmte, aber egal.

Wir mussten untertauchen, sie waren uns mehr als einmal ziemlich nah. Sie hatten Spuren, ich weiß nicht, ob auch von mir, ich wollte es nicht drauf ankommen lassen.

Das Leben im Untergrund ist anstrengend, es war noch schlimmer als die zwei Jahre, die ich als Jugendliche in der Anonymität der Straße verbracht hatte. Wir waren ständig in Bewegung, brauchten Fahrzeuge, die wir klauten, lebten in anonymen Wohntürmen, zahlten die Miete in bar, waren aufmerksam und misstrauisch. Am Anfang war es aufregend, so etwas verrücktes wie den Urlaub haben wir aber nicht nochmal gewagt, ziemlich schnell kroch uns die Angst in die Glieder. Wir wollten nicht ins Gefängnis.

Die Gruppe trennte sich, weil es sicherer war, wir verloren den Kontakt und irgendwann verlor ich auch Pelle, der weiterhin den Traum der Weltrevolution träumte und eifrig Pläne für den bewaffneten Kampf schmiedete.

Irgendwann bin ich also ausgestiegen aus dem kriminellen Leben, hab mich durchgeschlagen, hatte Jobs ohne Papiere ab und an und ein paar Freunde so wie Wolle, hier und da, auf die ich mich verlassen konnte. Ich war müde geworden, brauchte keine Revolution, wollte nur Ruhe und ein Zuhause.

Natürlich hätte mich stellen können, vielleicht ist meine Beteiligung auch längst verjährt, ich weiß nicht, ob ich noch auf einer Fahndungsliste stehe, ich wollte es nicht riskieren. Dazu war meine Liebe zur Freiheit zu groß und ich hatte einen zu hohen Preis bezahlt. Ich bin nicht stolz darauf, was ich getan habe, aber zu stolz, um es so enden zu lassen.

Bei Wolle läuft den ganzen Tag der Fernseher. Er sagt, er braucht das Hintergrundgedudel, um denken zu können, während er für Geld irgendwelche IT-Probleme löst.

Ich war an einem Tag gerade dabei, das Essen vorzubereiten, als jemand sagte „Und ich hatte immer dieses diffuse Gefühl, nicht dazu zu gehören, fremd zu sein, nicht richtig zu sein, etwas passte nicht“. Ich ließ das Messer sinken. Die junge Frau im TV sprach weiter: „Niemand hat mir die Wahrheit gesagt, ich habe es irgendwann zufällig erfahren. Und plötzlich war alles klar!“ Sie war als kleines Kind adoptiert worden und man hatte es ihr verschwiegen. Man habe es gut gemeint, sagte sie noch. Sie könne das sogar verstehen, die Adoptiveltern wären davon ausgegangen, dass es so besser sei, sie könne sich ja eh nicht erinnern. „Aber nichts war gut, erst als ich die Erklärung hatte, habe ich verstanden, was ich da immer gefühlt hatte.“

Gebannt folgte ich ihrer Erzählung, vom Schulversagen, vom Mobbing, davon, wie sie gescheitert sei in allem, was sie versucht habe. Wie sie versucht habe, sich das Leben zu nehmen, weil sie sich so wertlos gefühlt habe. Sie zeigt ihre Unterarme voller Narben. Erzählte von ihrer Suche nach Erklärungen, von Therapien, Klinikaufenthalten.

Das Essen musste warten, meine Gedanken flogen wie Flipperkugeln hin und her. Alles kam mir so bekannt vor, konnte das auch meine Erklärung sein? Dieses merkwürdige Gefühl, immer falsch zu sein? Ich probierte es mir vorzustellen. Es war so ungewohnt, dass ich es kaum aushalten konnte. Und wusste doch, dass ich Gewissheit haben musste.

Der Kontakt zu meinen „Eltern“ (oder zu den Menschen, von denen ich bis jetzt gedacht hatte, dass sie es wären) war abgebrochen, als ich davongelaufen war. Ich hatte nie versucht, ihn wieder aufzunehmen, daher wusste ich auch nicht, was aus ihnen geworden war. Ja, sie waren alt. Ob sie überhaupt noch lebten? Und an welchem Ort? Ich musste es wissen.

Ich lieh mir Wolles Auto und fuhr in meinen Heimatort. Wie lächerlich das mit einem Mal klang! Ich erkannte kaum etwas wieder, das Dorf war fast städtisch geworden. Fand das Haus, es erschien mir viel kleiner als damals. Es wirkte ein wenig renovierungsbedürftig, war aber bewohnt. Der große Garten brauchte dringend Pflege, es sah aus, wie es aussieht, wenn alte Leute in ihren alten Häusern ohne Kinder in der Nähe wohnen. Man kommt zurecht, irgendwie, aber nicht gut. Kein Namensschild an der Klingel oder am Briefkasten.

Ich wusste nicht recht, was ich tun sollte, drückte mich auf der Straße herum, verzog mich um die Ecke, als das Auto eines Betreuungsdienstes vorfuhr und kurz drauf zwei alte Menschen an Rollatoren mühselig die Einfahrt entlanghumpelten und umständlich in das Fahrzeug stiegen. Da waren sie also. Und würden wohl eine Weile unterwegs sein.

Ins Haus zu gelangen war eine meine leichtesten Übungen. Und jetzt? Ich wusste nicht, wie viel Zeit ich hatte, hielt mich nicht mit Gedanken an früher auf, sah mich nur um, wo vielleicht Papiere sein könnten. Ein abgeschlossener Sekretär im Wohnzimmer, ich erinnerte mich an ihn. Ich knackte das Schloss und räumte Ordner und Heftmappen heraus, blätterte ungeduldig durch jahrzehntealte Rechnungen und Steuerunterlagen… nichts… verdammt! Erst ganz unten lag eine verblichene Mappe mit meinem Namen. Na endlich! Ich sah kurz hinein, wusste, dass ich hatte, was ich wollte, klemmte die Mappe unter den Arm, warf alles wieder zurück in den Schrank und verschwand ohne einen weiteren Gedanken in fliegender Hast aus dem Haus und dem Ort.

VII.

Es hatte eine Weile gedauert, bis ich die Adresse herausgefunden hatte. War hin und hergerissen gewesen, ob ich sie wirklich sehen wollte. Was sollte das denn bringen? Sie wollte mich damals nicht, warum sollte sie mich heute wollen? Und was hätten wir uns schon zu sagen? Wir konnten nichts nachholen. Und doch musste ich es zu Ende bringen.

Jetzt stand ich vor ihrer Tür, das Herz klopfte mir bis zum Hals, der Fluchtreflex war fast übermächtig. Ich zögerte kurz, den Finger schon fast auf dem Klingelknopf. Von innen aus dem Haus hörte ich laute Stimmen, ein heftiger Streit schien im Gange. Ach was, hatte ich gedacht, vermutlich ist sie nur schwerhörig und hat den Fernseher an. Und was machte der Wäschekorb voller ungebügelter Hemden vor der Tür, hatte sich irritiert ein Teil meines völlig überreizten Gehirns gefragt. Ein Geräusch von der Straße, ich sah mich um, ein silbernes Auto hielt kurz an, fuhr dann aber weiter.

Nach meinem Klingeln öffnete sich schwungvoll die Tür schwungvoll, vor mir stand eine kleine, wilde Persönlichkeit, sichtlich erregt mit roten Flecken auf den Wangen, ihr “Ja, bitte?” klang eher genervt als freundlich. Ich konnte nichts sagen, meine Kehle war wie zugeschnürt.

Sie sah mich genauer an, runzelte die Stirn, ich sah erst Misstrauen, dann Unglauben und schließlich Erkenntnis. Ihre Wangen wurden aschfahl. „Nein, das kann nicht sein… nein…“, stammelte sie. „Bist du es wirklich?“ Sie hob eine Hand, als wolle sie meine Wange berühren. Doch dann veränderte sich plötzlich ihr Gesichtsausdruck. Angst? Schuld? Wut? Ich konnte es nicht deuten. Sie wich zurück, mit wildem Blick. „Verschwinde!“, heulte sie auf, „lass dich nie wieder hier blicken! Geh weg!“ Sie warf die Tür zu und ich hörte sie drinnen weiter schreien und toben.

Ich lief davon, wäre wohl kaum geblieben, hätte ich nicht für die Nacht in einer billigen Pension bezahlt.

Und deswegen bin ich hier, weil ich nicht einfach fortgehen konnte. Weil ich etwas von ihrem Leben für mich haben wollte. Etwas zum Weiterleben.

Natürlich kenne ich keinen der Anwesenden hier in diesem Café, wo sich die Trauergäste nach der Beisetzung versammelt haben. Wie auch, bin ja zum ersten Mal in dieser Gegend. Frage mich, wie es gewesen wäre, wenn ich mein Leben hier verbracht hätte. Habe vorher gedacht, dass es sich vielleicht wie Heimat anfühlen würde, irgendwie in mir drin, so ein Gefühl wie nach Hause kommen. Aber da ist nichts.

Ein Mann kommt mir vage bekannt vor, vielleicht hat er Ähnlichkeit mit irgendwem, den ich mal getroffen habe. Die leuchtend gelbe Gerberablüte am Revers seines Jacketts wirkt etwas drüber. War er vielleicht guter Freund von… Mutter…? Nein, das Wort kann ich nicht mal denken. Dann eben Gisela, oder Giselle, wie sie sich nannte, nachdem sie fast ein Internet-Star geworden war. Er sieht zu mir herüber, irritiert, fragend. Ich drehe mich weg, alte Gewohnheit.

Später sehe ich ihn nochmal auf dem Parkplatz, er steigt in ein silbernes Auto. Dasselbe, das ich gesehen hatte, als ich bei Gisela geklingelt hatte?

Wenig später verlasse ich den Ort, kehre zurück in mein unstetes Leben, suche immer noch nach Ruhe und einem Zuhause. Nur eine Familie, die suche ich nicht mehr.

*

Epilog

Die örtliche Zeitung bringt einige später Tage einen Aufmacher:

Zweifel an natürlicher Todesursache

Wie aus Polizeikreisen zu erfahren war, gibt es Zweifel an der natürlichen Todesursache der unter ungeklärten Umständen in ihrem Haus ums Leben gekommenen Gisela B. Wie allgemein bekannt, war sie als Influencerin mit Back- und Kochshows im Internet sehr erfolgreich. Nachdem man zunächst von einer natürlichen Todesursache ausgegangen worden war, werde jetzt in alle Richtungen ermittelt, teilte die Polizei mit. Auch der plötzliche Tod ihres Mannes Ernst vor einiger Zeit sei Gegenstand der Untersuchung. Zu Verdächtigen und dazu, was die Polizei zu ihren Ermittlungen veranlasst hat, wollte man sich nicht äußern. Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, dass sowohl der Sohn der Verstorbenen, mit dem Gisela B. am betreffenden Tag einen heftigen Streit um Erbschaftsangelegenheiten gehabt haben soll, als auch die Nachbarin, der eine enge Beziehung zu Giselas B.s Ehemann Ernst nachgesagt wird, verhört wurden. Zunächst nur als Zeugen. Eine unbekannte weibliche Person, die an betreffenden Tag von einem weiteren Zeugen, einem Mann, zu dem Gisela B. in ihrer Jugend eine Liebesbeziehung hatte, vor dem Haus und später auf der Trauerfeier gesehen wurde, wird gebeten sich zu melden.  

***